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Veranstaltung

Presstival 2026 | Das Westschweizer Journalismusfestival kehrt am 23. und 24. Mai zurück

Die Schweizer Medienlandschaft befindet sich, wie in so vielen anderen Ländern, in einer großen Krise geprägt von der Medienkonzentration, der Prekarisierung von Redaktionen und der Schließung historischer Titel. In einem Kontext, in dem die Glaubwürdigkeit von Informationen durch soziale Netzwerke und künstliche Intelligenz herausgefordert und untergraben wird, erscheint die Notwendigkeit objektiver und überprüfter Informationen umso dringlicher. Dies zeigt sich insbesondere bei den hochkomplexen und instrumentalisierbaren Themen Asyl und Migration.

Deshalb wird asile.ch an der zweiten Ausgabe des Presstival teilnehmen und am Samstag, 23. Mai, auf dem zentralen Rasen der Gurzelen einen Stand haben. Wir freuen uns darauf, Sie dort zu treffen und uns mit Ihnen über diese wichtigen Themen auszutauschen!

Ort: Gurzelenweg, Biel

Datum23. Mai 2026

Stundenplan10 Uhr - 20 Uhr

Tarif Eintritt frei

Le Presstival: Treffen Sie diejenigen, die den Journalismus leben lassen

«Das Festival ist ein großer Sandkasten, auf dem sich die breite Öffentlichkeit, Medien, Vereine, Politiker, Zivilgesellschaft und Expertinnen und Experten treffen, ihre Arbeit vorstellen und sich austauschen können. Das Ganze ist zum freiwilligen Preis!»

Le Presstival

Das Presstival, das erste westschweizer Festival, das dem Journalismus gewidmet ist, wird von einem Team von Medien- und Kulturprofis getragen. Parallel zu den Podiumsdiskussionen und Treffen, die das Programm strukturieren (siehe unten), das Dorf bietet Stände, an denen die Besucherinnen und Besucher Organisationen, Gewerkschaften und Vereine treffen können, die den Beruf beleben.

Ein Programm, das in 5 Themenbereiche gegliedert ist

Wiederfinden das vollständige Programm direkt auf der Website des Festivals Oder en Version PDF. Unten finden Sie eine kleine Auswahl von Begegnungen, die ähnliche Themen aufwerfen, an denen asile.ch arbeitet:

Die Medien: alle links oder kleine Soldaten der Mächtigen? +

Promis, wir werden Ihnen nicht die ewige Frage nach der journalistischen Objektivität stellen. Aber da das Presstival vor allem ein Ort der Reflexion über unsere Praktiken sein soll, ist es angebracht, sich mit der politischen Positionierung von Journalisten, ihrem Engagement, ihrer Haltung und ihren Waffen angesichts der Macht in all ihren Formen (staatlich, polizeilich, finanziell) auseinanderzusetzen und ihr Hasslieben-Verhältnis zur Kommunikation zu hinterfragen.
Wer sind wir, wohin gehen wir und haben wir allen Grund, dorthin zu gehen?

MediaGraben: Ist der deutschsprachige Journalismus so anders? +

Die berühmte «Röstigraben» ist nicht nur linguistisch und gastronomisch, sondern auch journalistisch. Die Wahrnehmungsunterschiede zwischen der französischsprachigen und der deutschsprachigen Schweiz zeigen sich regelmässig, sei es bei Abstimmungen, in der politischen Berichterstattung oder in der Aufmerksamkeit für bestimmte internationale Ereignisse.
Wie spiegeln sich diese Divergenzen in den Medien der beiden Regionen wider? Übernehmen die Redaktionen diese Unterschiede, verstärken sie diese gar durch ihre redaktionellen Entscheidungen? Werden die Deutschsprechenden immer über die Romands triumphieren... oder wird eines Tages der Zürcher «Geschnetzeltes» dem Waadtländer «Papet» auf seinem Tisch Platz machen?

Gewalt erzählen und verdauen im Fluss +

Da sie die Welt durchdringt, durchdringt die Gewalt auch die Information. Kriege, Dramen, sexistische Gewalt, Angriffe auf Journalisten – über Gewalt und Verletzlichkeit zu berichten ist kein neutraler Akt. Bilder, Worte und redaktionelle Blickwinkel können die Fakten beleuchten oder Spannungen verschärfen.
Durch Ausstellungen, Diskussionen und Workshops erforscht dieser rote Faden die konkreten Dilemmata von Redaktionen, die mit der Gewalt der Welt konfrontiert sind, und hinterfragt die Möglichkeit eines Journalismus, der sie benennen kann, ohne sie zu reproduzieren.

Sport, ein Journalismus fast wie jeder andere +

Der Journalismus besteht aus mehreren Disziplinen, und der Sport ist eine ganz besondere. Er erfordert Kenntnisse in vielen Bereichen: sei es über Wetterumschwünge, die Dichte der Brustmuskeln, die Eigenschaften eines Kunstrasens oder geopolitische Feinheiten. Man muss auch leidenschaftlich sein, ohne sich hinreißen zu lassen, und stets eine gewisse Unparteilichkeit wahren ... auch wenn Ihre Lieblingsteam zurückliegt.
Kann man Journalist und Fan sein? Sind Sportjournalisten das? Kann der lokale Sport ohne die Lokalpresse leben? Wie berichtet man über Frauensport? All diese Fragen werden in nur zwei Tagen behandelt. Das Tempo wird rasant sein.

Seit wann sagt die Wissenschaft nicht mehr die Wahrheit? +

Eskönnte die Wissenschaft in ihren letzten Tagen leben? Um das herauszufinden, ist Wissenschaftsjournalismus ein guter Thermometer. Jede Nachricht über ein Impfstoff, ein Virus, eine soziologische Studie oder eine akademische Veröffentlichung ruft Misstrauen und manchmal Wut hervor. In diesen Fragen werden Journalisten angegriffen und wissenschaftliche Zeitschriften diskreditiert. Oft zu Unrecht und manchmal zu Recht. Denn ja, die wissenschaftliche Produktion ist weit davon entfernt, frei von Kritik zu sein.


Zwischen gefälschten Studien, Publikationsdruck und problematischen Finanzierungen ist es manchmal schwierig zu wissen, wem man vertrauen kann. Umso mehr, wenn die Redaktionen sich leeren und dafür vorgesehene Sendeplätze gestrichen werden.


Wer baut heute Vertrauen in die Wissenschaft auf? Wer schwächt es? Und wie erzählt man von Forschung, ohne sie zu vereinfachen oder zu beschönigen? Ziehen Sie Ihre Laborkittel und Stethoskope an: Wir untersuchen einen Journalismus im kritischen Zustand.

Offizielle Plakate der Ausgabe 2026, Grafik von der Agentur Monokini.